Du stehst vor einer kleinen Wohnung und fragst dich, wie das alles reinpassen soll? Bett, Sofa, Schreibtisch und trotzdem soll es nicht aussehen wie ein Möbellager?
Ich kenne dieses Gefühl. Als ich meine 35m²-Einzimmerwohnung leer übernommen habe, war sie alles andere als einladend. Die Vormieter hatten sie mehr schlecht als recht bewohnt, die Elektrik war veraltet, das Bad renovierungsbedürftig. Kein schöner Ausgangspunkt.
Aber genau das hat mir gezeigt: Mit der richtigen Planung und einigen klaren Entscheidungen lässt sich auch ein kleiner Raum in etwas wirklich Schönes verwandeln. Hier zeige ich dir, wie ich das gemacht habe, mit einem Budget von rund 3.000 € für die gesamte Einrichtung.
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Blick vom Wohnbereich in den Schlafbereich und Arbeitsbereich: Sofa und Bett klar getrennt, ohne eine einzige Trennwand.
Das größte Problem bei kleinen Wohnungen: alles passiert auf einer Fläche
Bei einer Einzimmerwohnung mit 35m² hast du keine Wände, die Schlafen, Wohnen und Arbeiten voneinander trennen. Alles passiert im gleichen Raum und genau das macht die Einrichtung so schwierig.
Das eigentliche Ziel war nicht, möglichst viel reinzuquetschen. Mein Ziel war, dass sich der Raum nicht wie ein einziges großes Schlafzimmer anfühlt.
Denn nichts macht eine kleine Wohnung ungemütlicher als das Gefühl, den ganzen Tag im Bett zu sitzen. Auch wenn man auf dem Sofa sitzt.
Meine Lösung – klare Zonen schaffen, ohne eine einzige Wand zu bauen.
Schritt 1: Zonen definieren, bevor du auch nur ein Möbelstück kaufst
Der häufigste Fehler beim Einrichten kleiner Wohnungen ist, einfach loszukaufen. Ein Bett hier, ein Sofa da, ein Schreibtisch irgendwo und am Ende wirkt alles zufällig und eng.
Ich habe zuerst auf Papier geplant, welche Bereiche die Wohnung braucht:
- Schlafbereich — ruhig, zurückgezogen, klar abgetrennt
- Wohnbereich — zum Entspannen, mit Sofa und Couchtisch
- Arbeitsbereich — funktional, am besten mit Tageslicht
- Stauraum — unsichtbar, aber ausreichend
Das klingt nach viel für 35m². Aber es funktioniert, wenn die Möbel die Arbeit übernehmen.
Schritt 2: Das Bett in den Hintergrund stellen, nicht in die Mitte
In meiner Wohnung habe ich den Schlafbereich an die hintere Wand verlegt. Das Bett steht nicht zentral im Raum, sondern sitzt wie in einer eigenen kleinen Nische, auch wenn es baulich keine gibt.
Warum das funktioniert: Das Auge landet beim Betreten der Wohnung zuerst auf dem Wohnbereich mit Sofa und Couchtisch. Der Schlafbereich liegt dahinter, leicht zurückgezogen. So wirkt die Wohnung beim Betreten wohnlich und nicht schlafzimmerartig.
Das Bett selbst habe ich bewusst in hellem Holzton gewählt. Kein dunkles, schweres Gestell, das den Raum verkleinert, sondern etwas Leichtes, das Luft lässt.
💡 Mein Tipp: Wähle ein Bett ohne Fußteil oder mit sehr niedrigem Fußteil. Das gibt dem Raum sofort mehr Tiefe.

Den Nachttisch habe ich passend zum TV Sideboard gewählt. Das Bett in meiner Wohnung ist aus hellem Holz und hat kein Fußteil.
Hier findest du meine verwendeten Produkte:
Bettgestell inkl. Lattenrost*
Nachttisch*
Nachttischlampe*
Ein starkes Sofa als Herzstück des Wohnbereichs
Der Wohnbereich braucht ein Möbelstück, das klar sagt: „Hier wohnt man.“ Bei mir ist das das dunkelgrüne Samtsofa.
Diese Entscheidung war der größte Unterschied in der ganzen Einrichtung.
In einer kleinen Wohnung neigen viele dazu, alles hell und neutral zu halten, aus Angst, der Raum wirkt noch kleiner. Aber ein starkes Farbstatement macht genau das Gegenteil: Es gibt dem Raum Charakter und Tiefe und setzt einen Ankerpunkt, auf den sich alles andere beziehen kann.
Das dunkelgrüne Sofa vor dem hellen Boden und den weißen Wänden schafft Kontrast und der Raum wirkt dadurch größer, nicht kleiner.
Was ich dazu kombiniert habe:
- Zwei kleine runde Couchtische* im Set statt eines großen, flexibler und platzsparender
- Goldene und warme Kissen als Akzente, die das Grün aufwärmen
- Einen gemütlichen Teppich*, der den Wohnbereich klar vom restlichen Boden abgrenzt

Schritt 4: Den Arbeitsbereich ans Fenster holen
Arbeiten vom Bett oder Sofa aus ist eine schlechte Idee, für Konzentration und für die Raumwahrnehmung gleichermaßen.
Ich habe einen Schreibtisch direkt beim Fenster aufgestellt. Hält den Blick frei und bringt den Arbeitsbereich dorthin, wo er am meisten Sinn ergibt: ans Tageslicht. Hier* findet ihr ein ähnliches Modell. Beim Stuhl habe ich mich gegen einen klassischen Bürostuhl entschieden und mich für einen gemütlichen Stuhl entschieden, der zum Gesamtkonzept passt. Wer etwas ähnliches sucht, wird bei Amazon fünding: Nordicana Stuhl*
Wichtig: Der Arbeitsbereich sollte nicht direkt neben dem Sofa stehen. Ein bisschen Abstand zwischen Entspannen und Arbeiten macht einen psychologischen Unterschied, auch wenn es nur ein Meter ist.

Vertikal denken, Wände sind unterschätzter Stauraum
35 m² haben eine Eigenschaft, die oft vergessen wird: Sie haben genauso viele Wände wie eine größere Wohnung.
Ich habe ein Wandregal genutzt, um Fläche nach oben zu gewinnen, für Pflanzen, für Deko, für das, was sonst auf dem Boden stehen würde. Eine Hängepflanze macht eine Wohnung sofort wärmer, ohne einen Quadratzentimeter Bodenfläche zu beanspruchen.
Hängepflanzen sind mein liebstes Stilmittel für kleine Räume, weil sie Höhe betonen und trotzdem keinen Platz brauchen. Meine aktuelle pflegeleichte 😉 Lieblings-Dekoampel gibt es hier: Hängepflanze künstlich Eukalyptus*
Schritt 6: Die Farben, warum ich mich gegen reines Weiß entschieden habe
Die Wände sind weiß. Boden und Bett sind hell. Aber in einem komplett weißen, beigen Raum fühlt man sich für mich schnell wie in einem Krankenzimmer.
Das dunkelgrüne Sofa ist mein Gegenpol: warm, edel, lebendig. Die goldenen Kissen und der Messingdetail auf dem Nachttisch greifen diesen Ton auf. Zusammen entsteht eine Farbwelt, die nicht zufällig wirkt, sondern wie geplant.
Meine Faustregel für kleine Wohnungen:
- 70 bis 80 % neutrale, helle Grundfarben (Weiß, Beige, helles Holz)
- 20 bis 30 % ein starker Farbakzent (bei mir: Flaschengrün)
- Metallische Details als Verbindungselement (Gold, Messing, Kupfer)


Die gold-grüne Tischlampe auf dem Nachttisch ist einer meiner liebsten Funde: schönes Licht, tolle Qualität und unter 20 €. Tischlampe Gold ansehen*“
Was die Einrichtung insgesamt gekostet hat
Ich habe für die gesamte Einrichtung der Wohnung rund 3.000 € ausgegeben. Das schließt wirklich alles ein: Sofa, Bett, Schreibtisch, Regale, Teppich, Couchtische, Lampen, Textilien, Deko und Pflanzen.
Das entspricht weniger als 90 € pro Quadratmeter Wohnfläche, für eine komplett eingerichtete, stilvolle Wohnung.
Wo ich gespart habe:
- Kleiderschrank: IKEA
- Deko und Kissen: Amazon
- die große Pflanze und TV, gab es von den Vorbesitzern geschenkt 😉
Wo ich investiert habe:
- Das Sofa: hier lohnt sich Qualität, weil es das Herzstück ist
- Das Bett: Schlafqualität ist nicht verhandelbar
- Die Lampen: gutes Licht verändert eine Wohnung mehr als jedes Möbelstück
Das Ergebnis
Was aus einer leeren, veralteten Wohnung geworden ist: ein Raum, der sich groß anfühlt, obwohl er 35 m² hat. Ein Raum mit klar erkennbaren Bereichen zum Schlafen, Wohnen und Arbeiten. Ein Raum, der nicht wie eine Abstellkammer wirkt, sondern wie eine bewusst eingerichtete Wohnung.
Die wichtigsten Prinzipien dahinter:
- Zonen planen, bevor du kaufst
- Das Bett in den Hintergrund, das Sofa nach vorne
- Ein starker Farbakzent statt alles neutral
- Den Arbeitsbereich ans Fenster, nicht ans Sofa
- Wände nutzen, Boden freilassen


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